Vertiefung Energietechnik

Die Vertiefungsrichtung Energietechnik im Bachelorstudiengang zeigt dir, wie Energie effizient erzeugt, umgewandelt und genutzt wird. Du beschäftigst dich mit den Technologien, die unsere Energieversorgung heute und in Zukunft sichern – von klassischen Kraftwerken bis hin zu erneuerbaren Energien.

Im Studium lernst du die Grundlagen der elektrischen Energietechnik, der Energieübertragung und -verteilung sowie moderner Energiesysteme kennen. Themen wie regenerative Energien, Energiespeicher, Leistungselektronik und nachhaltige Versorgungskonzepte stehen dabei im Mittelpunkt.

In praxisnahen Projekten und Laboren wendest du dein Wissen direkt an und entwickelst Lösungen für reale Herausforderungen der Energieversorgung. So bereitest du dich optimal auf eine Karriere in einer Branche vor, die eine Schlüsselrolle für die Zukunft spielt.

Clarke-Transformation: Studierende lernen praxisnah – mit der selbstgebauten Messbox

Im Rahmen eines ingenieurwissenschaftlichen Projekts im Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik an der Hochschule Darmstadt haben Studierende der Vertiefung Energie-, Elektronik- und Umwelttechnik eine interaktive Clarke-Transformations-Messbox entwickelt – ein praktisches Lerninstrument, das die Theorie der Drehstromsysteme anschaulich macht.

🎯 Warum dieses Projekt?

In der Vorlesung begegnet man der Clarke-Transformation oft erst in Form von Matrizen und Gleichungen – abstrakt, mathematisch und für viele Studierende schwer greifbar.
Unser Ziel: Die Theorie in die Praxis bringen.
Wir wollten zeigen, wie die Clarke-Transformation funktioniert – nicht nur auf Papier, sondern sichtbar, messbar und erlebbar.


⚙️ Was ist die Clarke-Transformation?

Die Clarke-Transformation ist ein zentraler Baustein in der Leistungselektronik – besonders bei der Steuerung elektrischer Maschinen mit Frequenzumrichtern.
Sie wandelt ein dreiphasiges Wechselstromsystem (z. B. aus einer Drehstrommaschine) in ein zweidimensionales Koordinatensystem (α-β-Ebene) um.

Dies ermöglicht eine einfachere Analyse und Steuerung von Elektromotoren – beispielsweise in:

  • Industrieantrieben
  • Elektromobilität (E-Autos)
  • Windkraftanlagen
  • Smart Grids

🛠️ So funktioniert unsere Messbox

Wir haben drei identische Messboxen entwickelt, die direkt an eine elektrische Maschine angeschlossen werden können. Hier ist der Ablauf:

  1. Messung der Phasenströme
    Mit Stromwandlern werden die drei Phasen des Drehstromsystems erfasst.
  2. Analoge Signalverarbeitung
    Die Signale werden auf einer eigenen Schaltungsplatine verarbeitet – die Clarke-Transformation wird analog realisiert, ohne Mikrocontroller.
  3. Ausgabe der α- und β-Komponenten
    Am Ausgang entstehen zwei Signale: die α- und β-Komponenten – die Grundlage für die Raumzeigerdarstellung.
  4. Anschauliche Darstellung im Oszilloskop
    Mit dem Oszilloskop im XY-Modus wird die Raumzeigerdarstellung sichtbar – als Kreis, der das Verhalten der Maschine zeigt.

Beispiel: Bei konstanter Drehzahl entsteht ein perfekter Kreis. Bei Störungen oder unterschiedlichen Ansteuerungen verändert sich die Form – sofort erkennbar!


🎯 Was macht die Box besonders?

  • Wechsel zwischen Strom- und Spannungsmessung – flexibel einsetzbar
  • Transparentes Gehäuse – Einblick in die Elektronik, lernbarer Aufbau
  • Praxisnah & nachvollziehbar – ideal für Laborübungen
  • Kein Mikrocontroller nötig – reine analoge Schaltung zeigt die Physik hinter der Mathematik

📚 Lernziel: Theorie verständlich machen

Die entwickelten Messboxen sollen künftig im Labor der Hochschule Darmstadt eingesetzt werden, um Studierenden:

  • Die Zusammenhänge zwischen Drehstrom, Maschinen und Leistungselektronik anschaulich zu vermitteln
  • Die Praxisrelevanz der Clarke-Transformation zu zeigen
  • Ein tiefes Verständnis für moderne Antriebstechnologien zu entwickeln

💡 Was wir gelernt haben

Neben dem fachlichen Wissen haben wir wertvolle praktische Erfahrungen gesammelt:

  • Planung und Umsetzung eines kompletten Projekts
  • Arbeit mit Messtechnik und Fehleranalyse
  • Entwicklung und Gestaltung eines Gehäuses
  • Teamarbeit und Projektmanagement

„Es war herausfordernd – aber unglaublich lehrreich. Endlich mal etwas bauen, messen und beobachten, statt nur zu rechnen.“
Christine, Jorrit und Drini - Studierende der Vertiefung Energie-, Elektronik- und Umwelttechnik