Projektgruppe 'Clarke-Transformation' mit der Box am Labortisch

Clarke Transformation

Clarke-Transformation: Studierende lernen praxisnah – mit der selbstgebauten Messbox

Im Rahmen eines ingenieurwissenschaftlichen Projekts im Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik an der Hochschule Darmstadt haben Studierende der Vertiefung Energie-, Elektronik- und Umwelttechnik eine interaktive Clarke-Transformations-Messbox entwickelt – ein praktisches Lerninstrument, das die Theorie der Drehstromsysteme anschaulich macht.

🎯 Warum dieses Projekt?

In der Vorlesung begegnet man der Clarke-Transformation oft erst in Form von Matrizen und Gleichungen – abstrakt, mathematisch und für viele Studierende schwer greifbar.
Unser Ziel: Die Theorie in die Praxis bringen.
Wir wollten zeigen, wie die Clarke-Transformation funktioniert – nicht nur auf Papier, sondern sichtbar, messbar und erlebbar.


⚙️ Was ist die Clarke-Transformation?

Die Clarke-Transformation ist ein zentraler Baustein in der Leistungselektronik – besonders bei der Steuerung elektrischer Maschinen mit Frequenzumrichtern.
Sie wandelt ein dreiphasiges Wechselstromsystem (z. B. aus einer Drehstrommaschine) in ein zweidimensionales Koordinatensystem (α-β-Ebene) um.

Dies ermöglicht eine einfachere Analyse und Steuerung von Elektromotoren – beispielsweise in:

  • Industrieantrieben
  • Elektromobilität (E-Autos)
  • Windkraftanlagen
  • Smart Grids

🛠️ So funktioniert unsere Messbox

Wir haben drei identische Messboxen entwickelt, die direkt an eine elektrische Maschine angeschlossen werden können. Hier ist der Ablauf:

  1. Messung der Phasenströme
    Mit Stromwandlern werden die drei Phasen des Drehstromsystems erfasst.
  2. Analoge Signalverarbeitung
    Die Signale werden auf einer eigenen Schaltungsplatine verarbeitet – die Clarke-Transformation wird analog realisiert, ohne Mikrocontroller.
  3. Ausgabe der α- und β-Komponenten
    Am Ausgang entstehen zwei Signale: die α- und β-Komponenten – die Grundlage für die Raumzeigerdarstellung.
  4. Anschauliche Darstellung im Oszilloskop
    Mit dem Oszilloskop im XY-Modus wird die Raumzeigerdarstellung sichtbar – als Kreis, der das Verhalten der Maschine zeigt.

Beispiel: Bei konstanter Drehzahl entsteht ein perfekter Kreis. Bei Störungen oder unterschiedlichen Ansteuerungen verändert sich die Form – sofort erkennbar!


🎯 Was macht die Box besonders?

  • Wechsel zwischen Strom- und Spannungsmessung – flexibel einsetzbar
  • Transparentes Gehäuse – Einblick in die Elektronik, lernbarer Aufbau
  • Praxisnah & nachvollziehbar – ideal für Laborübungen
  • Kein Mikrocontroller nötig – reine analoge Schaltung zeigt die Physik hinter der Mathematik

📚 Lernziel: Theorie verständlich machen

Die entwickelten Messboxen sollen künftig im Labor der Hochschule Darmstadt eingesetzt werden, um Studierenden:

  • Die Zusammenhänge zwischen Drehstrom, Maschinen und Leistungselektronik anschaulich zu vermitteln
  • Die Praxisrelevanz der Clarke-Transformation zu zeigen
  • Ein tiefes Verständnis für moderne Antriebstechnologien zu entwickeln

💡 Was wir gelernt haben

Neben dem fachlichen Wissen haben wir wertvolle praktische Erfahrungen gesammelt:

  • Planung und Umsetzung eines kompletten Projekts
  • Arbeit mit Messtechnik und Fehleranalyse
  • Entwicklung und Gestaltung eines Gehäuses
  • Teamarbeit und Projektmanagement

Christine, Jorrit und Drini - Studierende der Vertiefung Energie-, Elektronik- und Umwelttechnik

„Es war herausfordernd – aber unglaublich lehrreich. Endlich mal etwas bauen, messen und beobachten, statt nur zu rechnen.“